Bio-/Poetographisches

 (c) Ní Gudix
(c) Ní Gudix

Ní Gudix

 

Verlegerin und Redakteurin der Literaturzeitschrift LaborBefund, Literaturübersetzerin, Schriftstellerin, Literaturkritikerin, Illustratorin, 

 

 

 

Geboren 1975 in Oberschwaben. Studium der deutschen und englischsprachigen Literatur in Konstanz und Dublin. Magister Artium 2002. Arbeitsstipendium in Krakau. Zahlreiche Publikationen, auch Illustrationen und Übersetzungen sowie Auftritte. Wohnte und arbeitete elf Jahre in Berlin-Neukölln, seit 2015 an der mecklenburgischen Ostsee.

(c) Ni Gudix, 2014
(c) Ni Gudix, 2014

Meine Hauptantriebsquellen sind Phantasie und Freude an der Arbeit. Was die Grütze zum Glühen bringt, ist das, was dich am Leben hält: das innere Leuchten. "Objektive Qualität" gibt es nicht, weil Qualität an sich eine Kategorie ist, die aus der Seele kommt: BeGEISTerung. Das ist das Geheimnis von Lebenskunst und auch das Geheimnis der Poiesis: be a poet even in prose.

Ich arbeite vor allem als literarische Übersetzerin, denn es geht mir darum, das Feuer der Sprache weiterzutragen. Dazu muß man in die Seele des Autors hinabtauchen, dessen Buch man übersetzt. Man steigt hinein wie in ein anderes Leben, und die Aufgabe ist es dann, dafür zu sorgen, daß dieses andere Leben wirklich lebensfähig ist, daß man es spürt und ins Herz schließen kann. Daher ist jeder Übersetzer auch gleichzeitig Abenteurer, Unterwasserforscher, Psychologe, Philosoph, Historiker, Schauspieler, Regisseur, Dramaturg und Schriftsteller in einem. Und Anwalt für vergessene und verleumdete Unterwasserhelden.

Folglich arbeite ich auch als Rezitatorin sowie als Essayistin und Autorin. Sprache soll die Sinne entsichern, und das ist meine Berufung. 

Auch als Illustratorin arbeite ich schon mein ganzes Leben lang - das Zeichnen hat das Schreiben stets begleitet. Bereits in frühester Jugend habe ich gezeichnet, karikiert, illustriert und bebildert, was das Zeug hielt. Manchmal ist jedes Wort zuviel; dann hilft nur noch eine Zeichnung, um das Glühen wieder zu spüren. Immer wieder erscheinen daher auch von mir illustrierte Bücher, Zeitschriften oder einzelne Texte unterschiedlicher Autoren.

Seit Frühjahr 2013 setze ich diese Berufung zudem konsequent als Verlegerin und Chefredakteurin der Berliner Literaturzeitschrift "LaborBefund" um.

Meine philosophischen und literaturwissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte der letzten Jahre sind die Theorien der Psychotherapeutin Alice Miller, die Romane Hans Falladas sowie die internationale, besonders aber polnisch-oberschlesische Holocaustliteratur. 

 

Was das Übersetzen betrifft, so sind meine Steckenpferde Lyrik, Slang, Dialekt, Lieder, meine Sprachen sind Englisch, Irish English, Scots, Cockney usw., Französisch und ein wenig Polnisch. Ich freue mich über alle Arten von Aufträgen, auch Deutsch-Englisch wird gern angenommen. Seit 2005 bin ich Mitglied im VdÜ (Verband deutscher Übersetzer).

2006 bekam ich ein Stipendium in der Villa Decius in Krakau als "Writer in Residence". 2007 wurde ich von der Stiftung "Irish Literary Exchange" für meine Übersetzung von Gerald Dawes Gedichten mit einem Translation Grant ausgezeichnet. Im Irish Writers' Centre in Dublin hielt ich 2007 im Auftrag von Cathal McCabe ein Translation Seminar.