Dramaturgix

Dublin, Liffey. (c) Ni Gudix
Dublin, Liffey. (c) Ni Gudix

 

Theater und Bühne waren immer mein Thema. Auf der Schulbühne stand ich schon mit 8 Jahren - in der Grundschule unter der Regie von Lieselotte Nuber spielte ich bei vielen Produktionen eine leitende Rolle. Auch habe ich Chor- und Balletterfahrung sowie eine mehrjährige Ausbildung an der Musikschule Ravensburg im Violin- und Gitarrenspiel. Bühnen-, Sprech- und Stimmausbildung hatte ich bei Rosemarie Lamprecht im Ravensburger Rutentheater, später bei Lizzy Ahrens-Assem in Berlin. 1992 bekam ich einen Sonderpreis für Leistungen in der Theater-AG. In der Universität studierte ich Theatertheorie und -geschichte, beschäftigte mich vor allem mit Beckett, Wilde, Shaw und Albee und begann dann mehr und mehr selbst zu schreiben. Das Darstellerische ist aber für mich immer noch genauso wichtig oder auch wichtiger.

 

Meine Theaterstücke:

  • Trosta Palletta (1996)
  • Life Wi' The Lions (2000)
  • Sternstundentango (2007), entstanden in Zusammenarbeit mit Berliner Laiendarstellern; Uraufführung als szenische Lesung imit Musik m Juni 2008 im BOOM in Neukölln; später verfeinert
  • Max, das Zebra und die Lümmel (2009), ein Kinderstück für Erstkläßler zur Verkehrserziehung (im Auftrag von Puppenbühne Knirpsenland)
  • Adams Glück (2010) zusammen mit Wolfgang Tietz vom Figurentheater Regenbogen
  • Shitsurei oder Entschuldigung, daß es mich gibt (2010)
  • Rapser und Johnny (2011)
  • Tagebuch von nem schlimmen Schlingel (in Arbeit); Theaterstück nach dem Roman von Metta Victor

  

Die Themen meiner Theaterstücke kreisen oft mehr oder weniger um Albert Einsteins Zitat "Imagination is more important than knowledge" ("Phantasie ist wichtiger als Wissen") und befassen sich mit der Frage, warum der Mensch nie frei ist, solang er Erwartungen hinterherhetzt - seien das nun politische, ideologische, pädagogische oder sonstwelche Erwartungen. Dabei empfinde ich die klassische Dramaturgie mit Spannung, Cliffhanger, Katastrophe und Auflösung schon seit jeher als kitschigen Ballast und lehne sie daher ab. Will der Mensch frei sein, hat er auch diese Klischees nicht mehr nötig, denn sie entstehen aus der Unfreiheit der Erwartungen und führen also auch wieder zur Unfreiheit.

In meinen Theaterstücken ist daher "das Entscheidende" oft schon passiert, oder es passiert nach Ende des Stücks, und der Zuschauer kann es sich dann denken (oder es bleiben lassen). Meine Protagonisten lassen den Zuschauer nicht teilhaben an irgendeiner "Läuterung" oder "Entwicklung". Der Zuschauer kommt mit der Erwartung ins Theater, er sei nun Augenzeuge irgendeiner sich anbahnenden und dann tatsächlich auf der Bühne stattfindenden Katastrophe und dürfe dann dabei mitfiebern, wie die Protagonisten da wieder rauskommen. Im Zeitalter der Doku- und Daily-Soaps darf er das bei mir nicht - dazu gibt es RTL, das Dschungelcamp, Big Brother und derlei Müll. Der Zuschauer des 21. Jahrhunderts ist ein billiger Voyeur geworden, er ist es nicht wert, daß vor seinen Augen etwas Entscheidendes passiert, da er es ohnehin nicht begreift und nur voyeuristisch daran teilnimmt. Der Zuschauer, der "das echte Leben" mit Höhepunkt und Spannung und Fernsehen verwechselt, bekommt es in meinen Stücken um die Ohren gesemmelt, daß er vier Nächte nicht schlafen kann.

Pressestimme zu einer Vorab-Lesung von "Adams Glück" im "Poeten-Eckela" in Gräfenberg: "(...) Ein Einmann-Stück in zwei Akten von Ni Gudix -“Adams Glück“- wurde von Wolfgang Tietz für sein „Figurentheater Regenbogen“ bearbeitet. Die Gäste bekamen einen Vorgeschmack in das philosophische Denken des Polen Adam Glupek, der nach dem 2. Weltkrieg in seine Heimat zurückkehrt und trotz aller Widrigkeiten des Lebens durch seine philosophische Einstellung „den Himmel in sich erlebt“. Alle Gäste erwarten gespannt die Uraufführung des Regenbogen-Theaters, die für Anfang 2011 geplant ist." (www.wirnt-kulturverein.de, 8.Mai 2010)

 

 

 

Mit Hagen Damwerth 2010. (c) Ni Gudix
Mit Hagen Damwerth 2010. (c) Ni Gudix

2005/06 trat ich mit unterschiedlichen Partnern, darunter die Berliner Dichter HEL Toussaint, der Schriftsteller Kersten Flenter, der Saiteninstrumentsvirtuose Hagen Damwerth und der Gitarrist Schabuwan mit seiner Band Richard Lee, öfters in Berliner Kleinlocations mit den sogenannten Dirty Dichtjes auf, einer Synopse aus sinnlicher Lyrik quer durch die Literaturgeschichte. Dieses Programm war keine "Lesung", sondern eher ein literarisches Kabarett, denn wir spielten unsere Texte, oft mit Kostüm, in verteilten Rollen, seien dies Robert Burns, Francois Villon, Brendan Behan oder Tucholsky. Zu einer Zeit, als in Berlin die sogenannten "Lesebühnen" inflationär aus dem Boden zu schießen begannen (es handelt sich dabei um Veranstaltungen, die meist in Kneipen stattfinden, bei denen ein Häufchen Laienschriftsteller ihre Dichtversuche vom Papier ablesen), beendete ich die Dirty Dichtjes und begann mich mit professionellem Theater zu befassen. Mit oben genannten Künstlern arbeite ich aber immer noch und immer wieder gern zusammen. Die Dirty Dichtjes können als Programm auch nach wie vor gern gebucht werden, allerdings nur gegen Honorar. Tarife auf Anfrage.

Weitere eigene Auftritte, z.B. szenische Lesungs-Darbietungen aus dem TAGEBUCH VON NEM SCHLIMMEN SCHLINGEL mit Musik oder die Konzerte des Celtic Choir, finden Sie auf der Seite Termine.